ATLAS DER SPRACHE

AT-103-028 · ATLAS 250

Qualia

Subjektiv erlebte qualitative Aspekte bewusster Zustände, etwa wie eine Farbe oder ein Schmerz erlebt wird.

Vertiefung

Der Begriff fragt nach dem ›Wie-es-ist‹ einer Erfahrung. Umstritten ist, ob Qualia eigenständige, nichtrepräsentationale Eigenschaften sind oder durch andere Strukturen erklärt werden können.

Beispiel

Wie sich das Rot einer reifen Kirsche für eine Person anfühlt.

Gegenbeispiel

Die messbare Wellenlänge des Lichts ist nicht selbst das subjektive Farberleben.

Abgrenzung

Von bloßen Reizeigenschaften und von der Qualiastruktur in der Lexikalsemantik unterscheiden.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Markiert die Grenze zwischen öffentlicher Beschreibung und erster Person des Erlebens.

Resonanz

Ein Wort kann Erfahrung anrufen, ohne die Innenseite des Erlebens vollständig übertragbar zu machen.

Etymologie

Lateinischer Plural von quale ›wie beschaffen‹; in der Philosophie des Geistes für subjektive Erlebnisqualitäten etabliert.

Provenienz

Lateinische Eigenschaftsfrage → analytische Philosophie des Geistes → Bewusstseins- und Erklärungsdebatten

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Qualia“. Atlas der Sprache, AT-103-028. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-028

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