ATLAS DER SPRACHE

AT-BOD-0001 · ATLAS 251

Interozeption

Wahrnehmung und Verarbeitung von Signalen aus dem Körperinneren.

Vertiefung

Interozeption umfasst Signale etwa aus Herzschlag, Atmung, Magen oder Temperaturregulation sowie deren bewusste und unbewusste Integration. Begriffsumfang variiert zwischen Forschungsansätzen.

Beispiel

Das feine Wahrnehmen eines beschleunigten Herzschlags vor einer Antwort.

Gegenbeispiel

Das Sehen einer roten Ampel.

Abgrenzung

Propriozeption: Diese betrifft vor allem Lage und Bewegung des Körpers.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Verankert Begriffsbildung und Entscheidung in körperlichen Zuständen; beeinflusst Gefühl, Selbstmodell und Aufmerksamkeit.

Resonanz

Innere Körperrhythmen bilden einen oft ungehörten Resonanzgrund des Denkens.

Etymologie

lat. inter „innen, zwischen“ + recipere „aufnehmen“; moderner Fachterminus

Provenienz

Sherringtons Sinnesklassifikation → Psychophysiologie → Predictive Processing

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Interozeption“. Atlas der Sprache, AT-BOD-0001. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-BOD-0001

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