ATLAS DER SPRACHE

AT-145-003 · ATLAS 250

Alienabilität

Sprachliche Unterscheidung zwischen untrennbar zugehörigem und prinzipiell übertragbarem Besitz.

Vertiefung

Alienabel und inalienabel sind keine naturgegebene Zweiteilung. Sprachen können Körperteile, Verwandtschaft und Gegenstände unterschiedlich kodieren.

Beispiel

Navajo bi-be' ›ihre eigene Milch‹ gegenüber be-'a-be' ›ihre gekaufte Milch‹; Acoma unterscheidet das Horn eines Tieres von einem Horn im Besitz einer Person; Ungarinjin markiert Fuß und Großmutter verschieden.

Gegenbeispiel

Mein unverkäufliches Haus beschreibt keine grammatische Alienabilitätsklasse.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Macht sichtbar, ob Besitz als Verfügung oder konstitutive Beziehung verstanden wird.

Resonanz

Zugehörigkeit erhält Tiefenschichten zwischen Körper, Beziehung und Verfügung.

Etymologie

Navajo · Acoma · Ungarinjin · sprachvergleichende Passage

Provenienz

Semantik → Sprachtypologie → ATLAS_145

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Alienabilität“. Atlas der Sprache, AT-145-003. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-145-003

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-145-003

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