ATLAS DER SPRACHE

AT-CORE-242-026 · ATLAS 251

Glossolalie

Hervorbringen sprachähnlicher Lautfolgen, die für Hörende keinen stabilen lexikalischen Sinn besitzen und häufig religiös gedeutet werden.

Vertiefung

Hervorbringen sprachähnlicher Lautfolgen, die für Hörende keinen stabilen lexikalischen Sinn besitzen und häufig religiös gedeutet werden. Sie trennt die Erfahrung des Sprechens von gewöhnlicher semantischer Verständlichkeit und verlagert Sinn auf Stimme, Rhythmus und Ereignis.

Beispiel

Die Stimme fließt in rhythmischen Silben, die keiner bekannten Sprache zugeordnet werden.

Gegenbeispiel

Die bloße Nennung von „Glossolalie“ ohne die beschriebene Funktion ist kein hinreichendes Beispiel.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Sie trennt die Erfahrung des Sprechens von gewöhnlicher semantischer Verständlichkeit und verlagert Sinn auf Stimme, Rhythmus und Ereignis.

Resonanz

Im Atlas schließt Glossolalie 1 bislang offene Verweislinie(n) und eröffnet kontrollierte Denkwege.

Etymologie

fachsprachliche Grundbezeichnung; etymologischer Einzelpass offen

Provenienz

ATLAS_241 Restfalltriage → Profilkandidat 241-A → Quellen- und Nachbarschaftsabgleich → ATLAS_242

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Glossolalie“. Atlas der Sprache, AT-CORE-242-026. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-CORE-242-026

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-CORE-242-026

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