ATLAS DER SPRACHE

AT-CORE-243-005 · ATLAS 251

Kahlschlagliteratur

Bezeichnung für eine bewusst schmucklose deutschsprachige Nachkriegsliteratur, die sprachlich und moralisch mit belasteten Traditionen brechen wollte.

Vertiefung

Bezeichnung für eine bewusst schmucklose deutschsprachige Nachkriegsliteratur, die sprachlich und moralisch mit belasteten Traditionen brechen wollte. Sie reduziert Ausdruck, um nach historischer Zerstörung eine glaubwürdige Sprache des Anfangs, der Bestandsaufnahme und der Nüchternheit zu suchen.

Beispiel

Kurze Hauptsätze benennen Hunger, Ruinen und Heimkehr ohne pathetischen Kommentar.

Gegenbeispiel

Die bloße Nennung von „Kahlschlagliteratur“ ohne die beschriebene Funktion ist kein hinreichendes Beispiel.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Sie reduziert Ausdruck, um nach historischer Zerstörung eine glaubwürdige Sprache des Anfangs, der Bestandsaufnahme und der Nüchternheit zu suchen.

Resonanz

Im Atlas schließt Kahlschlagliteratur 1 bislang offene Verweislinie(n) und eröffnet kontrollierte Denkwege.

Etymologie

fachsprachliche Grundbezeichnung; etymologischer Einzelpass offen

Provenienz

ATLAS_241 Restfalltriage → Profilkandidat 241-B → Quellen- und Nachbarschaftsabgleich → ATLAS_243

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Kahlschlagliteratur“. Atlas der Sprache, AT-CORE-243-005. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-CORE-243-005

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-CORE-243-005

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