Vertiefung
Kulturell wirksame Erzählung oder Vorstellung über Ursprung, Wesen, Reinheit oder Macht einer Sprache. Er verwandelt historische und soziale Sprachprozesse in sinnstiftende Ursprungsbilder und legitimiert dadurch Zugehörigkeit oder Hierarchie.
Beispiel
Die Erzählung, eine Sprache sei seit jeher unverändert und besonders rein, begründet politische Ansprüche.
Gegenbeispiel
Die bloße Nennung von „Sprachmythos“ ohne die beschriebene Funktion ist kein hinreichendes Beispiel.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Er verwandelt historische und soziale Sprachprozesse in sinnstiftende Ursprungsbilder und legitimiert dadurch Zugehörigkeit oder Hierarchie.
Resonanz
Im Atlas schließt Sprachmythos 1 bislang offene Verweislinie(n) und eröffnet kontrollierte Denkwege.
Etymologie
fachsprachliche Grundbezeichnung; etymologischer Einzelpass offen
Provenienz
ATLAS_241 Restfalltriage → Profilkandidat 241-C → Quellen- und Nachbarschaftsabgleich → ATLAS_244
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Sprachmythos“. Atlas der Sprache, AT-CORE-244-014. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-CORE-244-014Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.