Vertiefung
Verletzbarkeit von Personen oder Gruppen durch sprachliche Exposition, Abwertung, Abhängigkeit oder ungleiche Handlungsmacht. Sie richtet Aufmerksamkeit auf die Bedingungen, unter denen Sprechen riskant wird, und macht Schutzbedürftigkeit zu einer Frage der Beziehung, nicht bloß der Schwäche.
Beispiel
Eine öffentlich identifizierte Zeugin kann durch dieselbe Aussage stärker gefährdet werden als eine anonyme Institution.
Gegenbeispiel
Die bloße Nennung von „Vulnerabilität“ ohne die beschriebene Funktion ist kein hinreichendes Beispiel.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Sie richtet Aufmerksamkeit auf die Bedingungen, unter denen Sprechen riskant wird, und macht Schutzbedürftigkeit zu einer Frage der Beziehung, nicht bloß der Schwäche.
Resonanz
Im Atlas schließt Vulnerabilität 1 bislang offene Verweislinie(n) und eröffnet kontrollierte Denkwege.
Etymologie
fachsprachliche Grundbezeichnung; etymologischer Einzelpass offen
Provenienz
ATLAS_241 Restfalltriage → Profilkandidat 241-C → Quellen- und Nachbarschaftsabgleich → ATLAS_244
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Vulnerabilität“. Atlas der Sprache, AT-CORE-244-027. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-CORE-244-027Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.