ATLAS DER SPRACHE

AT-HAR11-0004 · ATLAS 251

Plattitüde

Verbrauchte, allgemein klingende Aussage, die Komplexität verdeckt, ohne neue Einsicht zu eröffnen.

Vertiefung

Die Plattitüde wirkt vertraut und zustimmungsfähig. Gerade diese Glätte kann Unterschiede, Konflikte und unbequeme Fragen zum Verschwinden bringen.

Beispiel

Am Ende ist Sprache eben Kommunikation.

Gegenbeispiel

Sprachliche Formen verteilen Aufmerksamkeit und Handlungsmöglichkeiten unterschiedlich.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Schärft die Wahrnehmung für Sätze, die Zustimmung an die Stelle von Erklärung setzen.

Resonanz

Die Aussage klingt anschlussfähig, doch hinter ihrer Oberfläche öffnet sich kein weiterer Raum.

Etymologie

griechisch/lateinische Rhetoriktradition · Formgeschichte im Quellenpass

Provenienz

Harjung-Kontrollbestand → Resonanzprüfung → DE/EN-Doppelfassung → Erkenntniskritische Figuren → ATLAS_174

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Plattitüde“. Atlas der Sprache, AT-HAR11-0004. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-HAR11-0004

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