ATLAS DER SPRACHE

AT-HAR4-0015 · ATLAS 251

Paromoeosis

Parallel gebaute Satzteile mit weitreichend ähnlichem Klang und korrespondierender Struktur.

Vertiefung

Paromoeosis koppelt syntaktische Balance mit lautlicher Entsprechung. Sie kann Homoioteleuton und Homoioptoton einschließen und die Äquivalenz auf mehrere Bestandteile der Glieder ausdehnen. Denken erscheint dadurch nicht nur geordnet, sondern akustisch zusammengehörig.

Beispiel

Wir prüfen die Spuren, wir spüren die Prüfungen.

Gegenbeispiel

Wir untersuchen die vorhandenen Spuren sorgfältig.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Verstärkt Vergleich und Erinnerung durch doppelte strukturelle Bindung, kann aber Klangähnlichkeit als sachliche Gleichwertigkeit erscheinen lassen.

Resonanz

Zwei gleich gebaute Bahnen besitzen über ihren Verlauf hinweg dieselbe Klangfarbe.

Etymologie

griechisch/lateinische Rhetoriktradition · Formgeschichte im Quellenpass

Provenienz

Harjung-Kontrollbestand → Dublettenabgleich → Resonanzkompass → unabhängige Neufassung → Klang- und Parallelfiguren → ATLAS_153

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Paromoeosis“. Atlas der Sprache, AT-HAR4-0015. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-HAR4-0015

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-HAR4-0015

Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.