ATLAS DER SPRACHE

AT-METZ2-0006 · ATLAS 251

Deiktische Projektion

Verlagerung des deiktischen Orientierungspunktes in einen anderen Ort, eine andere Zeit oder Person.

Vertiefung

Sprechende können ein dort als hier oder Vergangenes als gegenwärtig organisieren. Die Projektion lässt Verstehen den Standort wechseln und ist grundlegend für Erzählung, Empathie und räumliche Vorstellung.

Beispiel

Wir stehen nun im Jahr 2120 und blicken auf den jungen Atlas zurück.

Gegenbeispiel

Im Jahr 2120 wird man zurückblicken.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Lässt Denken einen fremden oder entfernten Standpunkt probeweise bewohnen.

Resonanz

Das sprachliche Hier wandert, und die Welt ordnet sich neu um es.

Etymologie

deutsche/internationale Fachsprache · Formgeschichte im Profil

Provenienz

Metzler-Suchfeld → Dublettenabgleich → Resonanzkompass → unabhängige Fachprüfung → Perspektive und Deixis → ATLAS_177

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Deiktische Projektion“. Atlas der Sprache, AT-METZ2-0006. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-METZ2-0006

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-METZ2-0006

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