Vertiefung
Doxa bezeichnet weder bloßen Irrtum noch gesichertes Wissen. Sie macht den beweglichen Zwischenraum sichtbar, in dem Menschen Urteile übernehmen, teilen, bestreiten und durch Gründe verändern. Rhetorik arbeitet in diesem Raum, weil Überzeugungen hier wirksam, aber revidierbar bleiben.
Beispiel
Alle halten die geführte Route für verständlicher; deshalb gilt sie zunächst als die bessere Lösung.
Gegenbeispiel
Die Route enthält vier Stationen. – Das ist eine überprüfbare Angabe, keine Doxa über ihren Wert.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Macht sichtbar, wo ein Urteil auf Zustimmung und Wahrscheinlichkeit statt auf Beweis beruht, und öffnet es für Vergleich und Revision.
Resonanz
Eine geteilte Meinung trägt weit, bleibt aber hörbar veränderlich, sobald eine andere Stimme Gründe einführt.
Etymologie
griechisch dóxa · Meinung, Ansicht, Erwartung
Provenienz
Oxford-Glossar → HWRh-Abgleich, soweit verfügbar → Denkbewegungsanalyse → ATLAS_235
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Doxa“. Atlas der Sprache, AT-OXD-0001. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-OXD-0001Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.