ATLAS DER SPRACHE

AT-RES6-0003 · ATLAS 251

Augenreim

Reim, dessen Wörter in der Schrift ähnlich enden, in der Aussprache jedoch nicht oder nicht mehr übereinstimmen.

Vertiefung

Der Augenreim trennt die visuelle Erinnerung eines Wortes von seinem gegenwärtigen Klang. Besonders in historischer Dichtung kann er zeigen, dass Schrift frühere Lautverhältnisse konserviert, während die Aussprache weitergewandert ist.

Beispiel

Englisch love und move begegnen sich im Schriftbild, nicht im heutigen Klang.

Gegenbeispiel

Haus und Maus stimmen in Schrift und Aussprache überein.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Zeigt, dass Lesen und Hören unterschiedliche Geschichtsschichten eines Wortes aktivieren können.

Resonanz

Das Auge erinnert eine Nähe, die das Ohr nicht mehr bestätigt.

Etymologie

deutsche und internationale Fachtradition · Herkunft im Profil

Provenienz

Metzler 6 → Vollabgleich → Resonanzprüfung → zweisprachiger Sichtlauf → ATLAS_181

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Augenreim“. Atlas der Sprache, AT-RES6-0003. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-RES6-0003

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