Vertiefung
Der Augenreim trennt die visuelle Erinnerung eines Wortes von seinem gegenwärtigen Klang. Besonders in historischer Dichtung kann er zeigen, dass Schrift frühere Lautverhältnisse konserviert, während die Aussprache weitergewandert ist.
Beispiel
Englisch love und move begegnen sich im Schriftbild, nicht im heutigen Klang.
Gegenbeispiel
Haus und Maus stimmen in Schrift und Aussprache überein.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Zeigt, dass Lesen und Hören unterschiedliche Geschichtsschichten eines Wortes aktivieren können.
Resonanz
Das Auge erinnert eine Nähe, die das Ohr nicht mehr bestätigt.
Etymologie
deutsche und internationale Fachtradition · Herkunft im Profil
Provenienz
Metzler 6 → Vollabgleich → Resonanzprüfung → zweisprachiger Sichtlauf → ATLAS_181
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Augenreim“. Atlas der Sprache, AT-RES6-0003. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-RES6-0003Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.