Vertiefung
Eulogia richtet wohlwollende Sprache auf ihren Gegenstand und hebt Eigenschaften hervor, die als gut, würdig oder segensreich gelten. Als Lob formt sie öffentliche Wertschätzung; als Segen entwirft sie zugleich eine gewünschte Beziehung zwischen Wort, Zukunft und Wohlergehen.
Beispiel
Gesegnet sei die Frage, die eine sichere Ordnung öffnet, ohne sie zu zerstören.
Gegenbeispiel
Die Frage verändert die Ordnung. – Die Aussage beschreibt, lobt oder segnet aber nicht.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Rahmt Wahrnehmung durch ausdrücklich positive Wertung und kann Anerkennung, Zugehörigkeit oder Hoffnung sozial wirksam machen.
Resonanz
Ein Gegenstand wird von wohlwollender Sprache umgeben und klingt fortan in diesem Wertungsraum weiter.
Etymologie
griechisch eulogía · gutes Sprechen, Lob, Segen
Provenienz
Klassische Affekt- und Beziehungsfiguren → Primärtext und Handbuchvergleich → Funktionsabgrenzung → ATLAS_210
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Eulogia“. Atlas der Sprache, AT-RHE-210-002. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-RHE-210-002Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.