ATLAS DER SPRACHE

AT-RHE-W0001 · ATLAS 250

Allegorie

Eine Darstellung, deren anschauliche Elemente fortlaufend auf einen zweiten, abstrakteren Sinnbereich verweisen.

Vertiefung

Anders als ein einzelner metaphorischer Ausdruck bildet die Allegorie ein ausgedehntes Entsprechungsgefüge. Figuren, Handlungen oder Räume können dadurch politische, moralische oder erkenntnistheoretische Zusammenhänge tragen.

Beispiel

Eine Stadt verliert nach und nach alle Wegweiser; ihre Bewohner streiten darüber, ob Orientierung je existiert habe.

Gegenbeispiel

Der Gedanke ist ein Weg ist eine einzelne Metapher, noch keine ausgeführte Allegorie.

Abgrenzung

Nicht mit Symbol oder einzelner Metapher gleichsetzen; entscheidend ist die systematisch fortgeführte zweite Bedeutungsebene.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Sie lässt Abstraktes als begehbare Szene denken und verlagert Argumente in Bilder und Handlungen.

Resonanz

Mehrere Einzelzeichen beginnen gemeinsam einen Sinnraum zum Schwingen zu bringen.

Etymologie

griech. allēgoría: anders sprechen

Provenienz

Kandidatenbank K-0001 → ATLAS_035; Literaturbeispiel später ergänzen

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Allegorie“. Atlas der Sprache, AT-RHE-W0001. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-RHE-W0001

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