ATLAS DER SPRACHE

AT-RHE-W0011 · ATLAS 250

Archaismus

Sprachliche Form, die gegenüber dem gegenwärtigen Gebrauch als historisch älter oder veraltet wahrgenommen wird.

Vertiefung

Ein Archaismus ist nicht einfach ein altes Wort. Erst aus der Perspektive einer späteren Sprachstufe erscheint eine Form als vergangen; bewusst eingesetzt kann sie Tradition, Würde oder ironische Distanz erzeugen.

Beispiel

Wohlan, wir wollen beginnen.

Gegenbeispiel

Wir beginnen jetzt ist gegenwartssprachlich neutral.

Abgrenzung

Historismus bezeichnet einen vergangenen Gegenstand; Archaismus eine als alt markierte sprachliche Form.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Er lässt Zeit im Wortlaut erscheinen und kann Autorität, Feierlichkeit oder Fremdheit erzeugen.

Resonanz

Frühere Sprachzustände klingen im gegenwärtigen Satz weiter.

Etymologie

griech. archaïsmós: Nachahmung des Alten

Provenienz

Kandidatenbank K-0011 → ATLAS_035; historische Stilistik → Registerforschung

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Archaismus“. Atlas der Sprache, AT-RHE-W0011. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-RHE-W0011

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