ATLAS DER SPRACHE

AT-SEM-0003 · ATLAS 251

Prototypensemantik

Ansatz, nach dem Kategorien um typischere und weniger typische Mitglieder organisiert sind.

Vertiefung

Kategoriezugehörigkeit wird nicht immer durch notwendige und hinreichende Merkmale erklärt. Typikalität, Familienähnlichkeit und kultureller Kontext strukturieren den begrifflichen Raum.

Beispiel

Ein Rotkehlchen gilt vielen als typischerer Vogel als ein Pinguin.

Gegenbeispiel

Ein Dreieck ist genau dann ein Dreieck, wenn es definierende geometrische Merkmale erfüllt.

Abgrenzung

Stereotyp: Dieser ist eine sozial geteilte, oft normative Zuschreibung und nicht bloß kognitive Typikalität.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Macht graduelle Kategorien und typische Denkanker sichtbar; kann zugleich Randfälle unsichtbar machen.

Resonanz

Ein Zentrum zieht ähnliche Fälle stärker in seine Bedeutungsschwingung.

Etymologie

griech. prôtos „erster“ + týpos „Muster“; Semantik

Provenienz

Wittgensteins Familienähnlichkeit → Rosch → kognitive Linguistik

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Prototypensemantik“. Atlas der Sprache, AT-SEM-0003. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-SEM-0003

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-SEM-0003

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