Kontexterklärung · NAV-G01-026
Schluss
Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.
Vertiefung
»Schluss« kann den Vorgang des Folgerns, dessen Ergebnis oder das Ende einer Darstellung meinen. Im Verweis aus Inferentialismus ist der begründete Übergang zwischen Festlegungen zentral. Die Bedeutung ist daher aus dem jeweiligen Zusammenhang zu bestimmen; ein inferenzieller Übergang ist nicht mit einem rhetorischen Schlussteil gleichzusetzen.
Denkbewegung
1. Verwendungskontext lesen. 2. Vorgang, Ergebnis oder Textende bestimmen. 3. Ausgangsannahmen festhalten. 4. Den Übergang prüfen. 5. Das Ergebnis getrennt benennen.
Beispiel
»Daraus schließe ich, dass der Raum leer ist« bezeichnet einen Vollzug; »der Raum ist leer« kann seine Konklusion sein.
Gegenprobe
»Zum Schluss kam Musik« benennt ein zeitliches Ende, keine Inferenz.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Logische Textanalyse kann mehrdeutige Verwendungen trennen und Argumentkarten verständlicher machen.
Wirkung
Die Unterscheidung verhindert, dass ein eindrucksvolles Ende als logischer Nachweis gilt.
Resonanz
Ein Gedankengang kommt an, ohne dass seine Ankunft schon seine Richtigkeit bestätigt.
Abgrenzung
Von Konklusion, Inferenz und Peroratio unterscheiden; kein globales Synonym für alle drei.
Quellen
- David Carl Wilson · A Guide to Good Reasoning · What Makes an Argument?
Kapitel 2
documented-source-register - Stanford Encyclopedia of Philosophy · Logical Consequence
Begriffsdefinition und im Quellenvergleich benannte Unterscheidung
documented-source-register · Fachlicher Überblick; kein Ersatz für vollständige historische Primärquellenprüfung.