ATLAS DER SPRACHE

Kontexterklärung · NAV-G01-031

Diakope

Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.

Vertiefung

Diakope führt hier zu einer Bedeutungsentscheidung. Das bestehende Profil Diacope beschreibt die Wiederholung eines Wortes mit dazwischentretendem Material. Macbeth verwendet den Namen in seiner Ausgabe von 1875 dagegen zusammen mit Tmesis für eine Zertrennung zusammengesetzter Ausdrücke. Im Tmesis-Kontext ist deshalb die Verwendung für Wortzertrennung zu beachten; eine pauschale Gleichsetzung mit der Wiederholungsfigur würde diesen Unterschied verdecken. Die zwei Verwendungen müssen durch Quelle und konkretes Verfahren auseinandergehalten werden.

Denkbewegung

1. Den Herkunftsverweis auf Tmesis beachten. 2. Prüfen, ob ein Wort wiederkehrt oder zertrennt wird. 3. Die beiden Verfahren an getrennten Beispielen erkennen. 4. Die historische Benennung mit ihrer Quelle verbinden. 5. Erst danach das passende bestehende Profil wählen.

Beispiel

»Heute, ausgerechnet heute« wiederholt ein Wort mit Zwischenmaterial. Das absichtlich gebildete »un–ganz und gar–möglich« unterbricht hingegen ein Wort.

Gegenprobe

Zwischenräume in einer gewöhnlichen Wortgruppe sind keine Wortzertrennung. Die gemeinsame Benennung macht Wiederholung und Trennung nicht identisch.

Wissenschaftlicher Anwendungsfall

Historische Terminologieforschung kann Definitionen und Belege getrennt erfassen, damit eine Namensvariante nicht als Beweis für Verfahrensgleichheit gilt.

Wirkung

Die Auswahl verhindert, dass ein ähnlicher Name in einen sachlich falschen Raum führt.

Resonanz

Ein Name bewahrt Spuren verschiedener Ordnungen; der konkrete Sprachvorgang entscheidet den Weg.

Abgrenzung

Diacope und Tmesis bleiben eigenständige Profile. Dies ist eine Erklärung des mehrdeutigen Verweises, kein neuer Sammelbegriff.

Quellen