Kontexterklärung · NAV-G01-042
Einwand
Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.
Vertiefung
Ein Einwand stellt einen bestimmten Anspruch, Grund oder Schluss infrage. Er kann die Voraussetzungen bestreiten, eine fehlende Verbindung zeigen oder die Reichweite begrenzen. Nicht jeder Einwand widerlegt bereits die ganze Position. Die Herkunftsverweise bezeichnen verschiedene Umgangsweisen mit solchen Gegenbewegungen und sind keine Synonyme des Einwands.
Denkbewegung
1. Angegriffenen Punkt bestimmen. 2. Den Gegengrund formulieren. 3. Seine Reichweite begrenzen. 4. Antwort oder Zugeständnis prüfen. 5. Die verbleibende Streitfrage festhalten.
Beispiel
»Deine Zählung erfasst nur Vormittage« greift die Datengrundlage einer Aussage über den ganzen Tag an.
Gegenprobe
»Das gefällt mir nicht« kann Ablehnung ausdrücken, liefert aber allein keinen begründeten Einwand gegen die Zählung.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Argumentationsanalyse kann Einwände präzisen Bestandteilen eines Arguments zuordnen.
Wirkung
Eine scheinbar geschlossene Begründung wird an einer bestimmten Stelle wieder geöffnet.
Resonanz
Die Gegenstimme verlangt eine Antwort auf genau den Punkt, an dem sie nicht mitgehen kann.
Abgrenzung
Von Gegenbehauptung, Widerlegung, Frage und persönlicher Abneigung unterscheiden.
Quellen
- Gideon O. Burton · Silva Rhetoricae · procatalepsis
Definition, related figures, primary-source references
documented-source-register · Historische Synonymlisten sind traditionsgebunden; nicht als globale Äquivalenzliste übernehmen. - Stanford Encyclopedia of Philosophy · Informal Logic
Begriffsdefinition und im Quellenvergleich benannte Unterscheidung
documented-source-register · Fachlicher Überblick; kein Ersatz für vollständige historische Primärquellenprüfung.