ATLAS DER SPRACHE

Kontexterklärung · NAV-G01-049

Themenwechsel

Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.

Vertiefung

Ein Themenwechsel verlagert den Gegenstand eines Gesprächs oder Textes. Er kann gemeinsam vereinbart, vorsichtig angebahnt oder abrupt vollzogen werden. Im Verweis aus Apoplanesis interessiert die ausweichende Verwendung; diese ist kein Merkmal jedes Themenwechsels.

Denkbewegung

1. Das bisherige Thema bestimmen. 2. Das Übergangssignal suchen. 3. Den neuen Gegenstand benennen. 4. Zustimmung oder Widerstand der Beteiligten prüfen. 5. Die Funktion des Wechsels begründet beschreiben.

Beispiel

»Damit ist die Terminfrage geklärt. Kommen wir zur Raumaufteilung.« Der Wechsel ist ausdrücklich markiert.

Gegenprobe

Ein neues Beispiel für dieselbe Frage muss noch keinen Themenwechsel bilden.

Wissenschaftlicher Anwendungsfall

Gesprächsanalyse kann Themenentwicklung und das Recht zum Setzen neuer Themen untersuchen.

Wirkung

Aufmerksamkeit wird neu gebündelt; unerledigte Fragen können dabei verschwinden.

Resonanz

Ein Gespräch lässt einen Gegenstand zurück und öffnet einen anderen.

Abgrenzung

Von Sprecherwechsel, Satzwechsel und Ablenkung unterscheiden; Form und Funktion sind getrennt zu prüfen.

Quellen