Kontexterklärung · NAV-G01-051
Begründung
Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.
Vertiefung
Eine Begründung gibt Gründe an, die eine Behauptung, Entscheidung oder Handlung nachvollziehbar und vertretbar machen sollen. Das Angeben eines Grundes garantiert seine Tragfähigkeit nicht. Im Herkunftskontext Proecthesis ist die Stellung des Grundes zu beachten: Burton beschreibt eine abschließend nachgereichte Rechtfertigung.
Denkbewegung
1. Den zu rechtfertigenden Anspruch bestimmen. 2. Den angebotenen Grund benennen. 3. Die Verbindung zwischen beiden rekonstruieren. 4. Relevanz und Tragfähigkeit prüfen. 5. Darstellungseffekt von tatsächlicher Rechtfertigung trennen.
Beispiel
»Weil der Raum nur zehn Plätze hat, teilen wir die Gruppe.« Der Platzmangel stützt die Entscheidung unter zusätzlichen Annahmen über verfügbare Alternativen.
Gegenprobe
»Es geschah, weil ich wütend war« kann eine Ursache erklären, ohne die Handlung zu rechtfertigen.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Argumentationsanalyse kann Gründe, Ursachen und rhetorische Platzierung unterscheiden.
Wirkung
Entscheidungen werden nachprüfbar; zugleich kann eine plausible Erzählung fehlende Gründe verdecken.
Resonanz
Eine Forderung bietet dem Gegenüber einen Weg zum Mitdenken an.
Abgrenzung
Von kausaler Erklärung, Entschuldigung und bloßer Wiederholung einer Behauptung unterscheiden.
Quellen
- Gideon O. Burton: Proecthesis
Definition and example, lines 8–11
specified-passages-read - Gideon O. Burton · Silva Rhetoricae · aetiologia
Definition, related figures, primary-source references
documented-source-register · Historische Synonymlisten sind traditionsgebunden; nicht als globale Äquivalenzliste übernehmen. - David Carl Wilson · A Guide to Good Reasoning · What Makes an Argument?
Kapitel 2
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