Kontexterklärung · NAV-G02-020
Bestätigung
Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.
Vertiefung
Bestätigung bezeichnet hier einen Beitrag, durch den Gesprächsbeteiligte Verstehen erkennbar machen. Im Grounding geht es um ein für den aktuellen Zweck ausreichendes gemeinsames Verständnis. Ein kurzes Signal, eine Wiederholung oder eine passende Anschlussäußerung kann dafür Evidenz liefern. Der Wert des Signals hängt von seiner Stelle im Gespräch ab. „Ja“ kann Empfang anzeigen, eine Frage beantworten oder einer Behauptung zustimmen; diese Funktionen dürfen nicht allein anhand des Wortes zusammengezogen werden. Eine Bestätigung ist zudem ein beobachtbares Zeichen des Verstehens, keine unmittelbare Einsicht in den mentalen Zustand des Gegenübers.
Denkbewegung
1. Die vorangehende Äußerung bestimmen. 2. Das Bestätigungssignal in seiner Position betrachten. 3. Seinen angezeigten Bezug rekonstruieren. 4. Spätere Korrekturen und Anschlusszüge prüfen.
Beispiel
Konstruiert: „Wir treffen uns um acht.“ – „Um acht, verstanden; kommen kann ich trotzdem nicht.“ Die Zeit wurde aufgegriffen, dem Vorhaben aber nicht zugestimmt.
Gegenprobe
Ein Nicken kann in einer Sequenz Verstehen anzeigen, beweist für sich aber weder Wahrheit noch Einverständnis.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Eine Gesprächsanalyse könnte Bestätigungssignale gemeinsam mit ihren Vorläufern, Anschlusszügen und Reparaturen kodieren.
Wirkung
Solche Beiträge können Beteiligten ermöglichen, fortzufahren oder ein Missverständnis rechtzeitig zu bearbeiten.
Resonanz
Eine kleine Antwort trägt die gemeinsame Verständigung einen Schritt weiter.
Abgrenzung
Verstehensbestätigung von Zustimmung, Wahrheitsbestätigung und bloßem akustischem Empfang unterscheiden.
Quellen
- Clark & Brennan (1991), Grounding in Communication
pp.128–133, criterion and positive evidence
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