Kontexterklärung · NAV-G03-005
Ganzes
Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.
Vertiefung
Ein Ganzes ist hier die Bezugsgröße, zu der ein Teil gehört. Im Kontext der Holonymie geht es um Ausdrücke für solche Beziehungen, nicht um die Behauptung, jedes Ganze sei auf dieselbe Weise zusammengesetzt. Ein Bauteil gehört anders zu einem Gerät als ein Mitglied zu einer Gruppe. Besonders wichtig ist die Abgrenzung zur Oberbegriffsbeziehung: Ein Rad kann Teil eines Fahrrads sein; ein Fahrrad ist eine Art Fahrzeug. Wer beide Beziehungen gleich behandelt, baut ein Begriffsnetz, das mechanische Zusammensetzung und Klassifikation verwechselt.
Denkbewegung
1. Der als Ganzes bezeichnete Gegenstand wird bestimmt. 2. Der mutmaßliche Teil wird identifiziert. 3. Die Art des Zugehörens wird geprüft. 4. Eine Unterartlesart wird als Gegenprobe getestet. 5. Die Relation wird mit ihrem genauen Typ gespeichert.
Beispiel
„Pedal – Fahrrad“ benennt eine Bauteilbeziehung. „Fahrrad – Fahrzeug“ ordnet dagegen eine Unterart ein.
Gegenprobe
Ein einzelnes Fahrrad ist kein Bauteil des abstrakten Begriffs Fahrzeug.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Terminologien und Wissensgraphen benötigen getrennte Relationstypen für Bestandteil, Mitgliedschaft und Unterart.
Wirkung
Die Unterscheidung macht verschiedene Formen des Zusammengehörens nachvollziehbar.
Resonanz
Ein Teil zeigt über sich hinaus; das Ganze gibt seinem Zugehören eine bestimmte Gestalt.
Abgrenzung
Holonymie nicht mit Hyperonymie, bloßer räumlicher Nähe oder beliebiger Sammlung gleichsetzen.
Quellen
- Achille Varzi: Mereology
Section 1, Part and Parthood; lines 47–85
specified-passages-read - Princeton WordNet: About WordNet
Relations section: meronymy and hyponymy
specified-passages-read - Mereologyrelevant-passages-read