Kontexterklärung · NAV-G05-023
Teil
Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.
Vertiefung
Teil bezeichnet hier ein Element einer Teil-Ganzes-Beziehung, wie sie durch Meronymie und Holonymie sprachlich erschlossen wird. Welche Art von Teil vorliegt, muss genauer bestimmt werden: Ein Bauteil, ein zeitlicher Abschnitt und eine Materialmenge stehen nicht in jeder Hinsicht auf dieselbe Weise zu ihrem Ganzen. Auch ist ein Mitglied einer Menge nicht automatisch im gleichen Sinn ein funktionales Teilstück. Der Begriff lädt daher zur Relationsprüfung ein. Aus der Aussage, dass etwas zu etwas anderem gehört, lässt sich weder eine Unterartbeziehung noch die Übertragbarkeit aller Eigenschaften des Ganzen auf den Teil ableiten.
Denkbewegung
1. Ganzes bestimmen. 2. Teilart beschreiben. 3. Verbindungsbedingungen prüfen. 4. Eigenschaftsübertragung testen. 5. Alternative Zugehörigkeiten vergleichen.
Beispiel
Das Lenkrad ist ein Bauteil eines Autos; eine Fahrtminute ist ein zeitlicher Abschnitt einer Fahrt.
Gegenprobe
Aus „Das Auto ist schwer“ folgt nicht, dass jedes seiner Bauteile schwer ist.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Semantische Analyse kann unterschiedliche Teilrelationen in Wörterbüchern getrennt erfassen.
Wirkung
Teilbeziehungen zeigen innere Gliederung ohne Artenklassifikation.
Resonanz
Zugehörigkeit sagt noch nicht, auf welche Weise etwas dazugehört.
Abgrenzung
Teil von Unterart, beliebigem Mitglied und Eigenschaftsabbild des Ganzen unterscheiden.
Quellen
- Achille Varzi: Mereology
Section 1, Part and Parthood; lines 47–85
specified-passages-read - Princeton WordNet: About WordNet
Relations section: meronymy and hyponymy
specified-passages-read - EN:sep-mereologydocumented-source-register