Kontexterklärung · NAV-G05-027
Trigger
Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.
Vertiefung
Ein Präsuppositionstrigger ist ein Ausdruck oder eine Konstruktion, die typischerweise bestimmte Hintergrundannahmen mit sich führt. Solche Annahmen können auch unter Verneinung oder in Fragen erhalten bleiben, doch ihre Projektion hängt von Konstruktion und Kontext ab. Der Begriff bezeichnet daher keine mechanische Garantie, dass jeder Gebrauch dieselbe globale Voraussetzung erzeugt. Lokale Einbettung, bereits vorhandener Kontext und besondere Lesarten müssen berücksichtigt werden. Im Herkunftskontext Präsupposition dient der Trigger als Ausgangspunkt für Tests: Was wird behauptet, was als Hintergrund behandelt und was lässt sich im Gespräch ausdrücklich zurückweisen?
Denkbewegung
1. Möglichen Trigger markieren. 2. Hintergrundannahme formulieren. 3. Verneinung und Frage prüfen. 4. Einbettung und Kontext variieren. 5. Behauptung und Voraussetzung trennen.
Beispiel
„Mira hat aufgehört zu rauchen“ legt normalerweise nahe, dass Mira zuvor geraucht hat; auch die Verneinung kann diesen Hintergrund bewahren.
Gegenprobe
Ein einzelner Satz ohne passenden Kontext beweist nicht, dass jede Einbettung dieselbe Voraussetzung übernimmt.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Pragmatik kann Projektionsmuster verschiedener Trigger systematisch vergleichen.
Wirkung
Trigger lenken auf das, was eine Äußerung voraussetzt, statt ausdrücklich neu zu behaupten.
Resonanz
Ein kleines Wort kann eine Vorgeschichte mitbringen.
Abgrenzung
Trigger von logischer Folgerung allein, Sprecherabsicht und kontextunabhängiger Auslösung unterscheiden.
Quellen
- EN:sep-presuppositiondocumented-source-register
- Stanford Encyclopedia of Philosophy: Presuppositionrelevant-passages-read