Kontexterklärung · NAV-G05-029
Typfehler
Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.
Vertiefung
Ein Typfehler entsteht in einem ausdrücklich festgelegten System, wenn eine Operation einen Wert oder Ausdruck eines bestimmten Typs verlangt, tatsächlich aber ein nicht zugelassener Typ eingesetzt wird. Ob eine Anwendung zulässig ist, richtet sich nach den Regeln dieses Systems und möglichen Umwandlungen. Der Bezug zum philosophischen Kategorienfehler ist daher ein Vergleich, keine uneingeschränkte Gleichsetzung. Natürliche Sprache kann manche scheinbar unpassenden Kombinationen durch Polysemie, Metapher oder Koerzion interpretierbar machen. Wer von einem Typfehler spricht, muss deshalb die vorausgesetzten Kategorien und die verletzte Anforderung nennen, statt ungewöhnliche Aussagen pauschal als sinnlos zu verwerfen.
Denkbewegung
1. Typsystem offenlegen. 2. Anforderung bestimmen. 3. Tatsächlichen Typ identifizieren. 4. Erlaubte Umwandlungen prüfen. 5. Fehler von anderer Interpretation trennen.
Beispiel
Ein formales Rechenverfahren erwartet eine Zahl, erhält aber eine Zeichenkette und erlaubt keine automatische Umwandlung.
Gegenprobe
Dass ein Programm eine Kombination ablehnt, beweist nicht, dass ein vergleichbarer natürlicher Satz philosophisch bedeutungslos ist.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Formale Semantik kann unzulässige Anwendungen von vorgesehenen Anpassungsregeln unterscheiden.
Wirkung
Typfehler zeigen die Grenzen einer ausdrücklich gewählten Operationsordnung.
Resonanz
Eine Antwort kann nicht zur Form der gestellten Frage passen.
Abgrenzung
Formalen Typfehler von Schreibfehler, jeder Metapher und jedem Kategorienfehler unterscheiden.
Quellen
- EN:partee-coerciondocumented-source-register
- EN:sep-typesdocumented-source-register