Kontexterklärung · NAV-G05-051
Zusammenfassung
Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.
Vertiefung
Eine Zusammenfassung stellt ausgewählte Inhalte eines umfangreicheren Zusammenhangs verdichtet dar. Ihre Qualität hängt davon ab, welche Informationen für den Zweck wesentlich sind und ob Beziehungen, Einschränkungen und Gewichtungen angemessen erhalten bleiben. Im rhetorischen Kontext kann sie an bereits Gesagtes erinnern und einen Abschluss vorbereiten. Iterative Narration ist dagegen ein besonderer Fall erzählerischer Darstellung wiederholter Ereignisse und nicht mit jeder Zusammenfassung gleichzusetzen. Kürze allein garantiert weder Treue noch Neutralität. Die Auswahl selbst ist eine interpretative Leistung, deren Kriterien bei wissenschaftlicher Verwendung möglichst nachvollziehbar sein sollten.
Denkbewegung
1. Ausgangsmaterial bestimmen. 2. Zweck festlegen. 3. Wesentliche Aussagen auswählen. 4. Beziehungen und Einschränkungen erhalten. 5. Ergebnis am Ausgangstext prüfen.
Beispiel
Ein Sitzungsprotokoll fasst drei diskutierte Optionen und die getroffene Entscheidung zusammen, ohne jede einzelne Wortmeldung wiederzugeben.
Gegenprobe
Eine kurze Fassung, die einen entscheidenden Vorbehalt entfernt, kann den Inhalt verfälschen.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Textforschung kann Informationsauswahl und Verzerrungen verschiedener Zusammenfassungen vergleichen.
Wirkung
Zusammenfassungen machen umfangreiche Inhalte handhabbar.
Resonanz
Verdichten heißt auch zu entscheiden, was weiterhin tragen muss.
Abgrenzung
Zusammenfassung von bloßer Kürzung, iterativer Narration und garantiert neutraler Wiedergabe unterscheiden.
Quellen
- Gideon O. Burton: Anacephalaeosis, Silva Rhetoricae
Definition and source list, retrieved lines 4–22
documented-source-register - LHN: Time
Discourse Time and its Relation to Story Time: Order, Duration, Frequency; lines 82–90
specified-passages-read - EN:lhn-timedocumented-source-register