Vertiefung
Das Auftreten verschiedener Formen eines Morphems in unterschiedlichen Umgebungen. Im Atlas wird der Begriff nicht isoliert behandelt: zeigt verschiedene Formen derselben Funktion. Dadurch wird sichtbar, welche Unterscheidung die Form ermöglicht und wie sie an benachbarte Phänomene anschließt.
Beispiel
Plural: Hund-e, Kind-er, Auto-s.
Gegenbeispiel
Synonyme sind verschiedene Wörter, nicht verschiedene Formen desselben Morphems.
Abgrenzung
Synonyme sind verschiedene Wörter, nicht verschiedene Formen desselben Morphems.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Der Begriff lenkt Aufmerksamkeit auf zeigt verschiedene Formen derselben Funktion. Was zuvor als einheitlicher Vorgang erschien, wird als strukturierte Beziehung wahrnehmbar.
Resonanz
Resonanz entsteht, wenn Allomorphie nicht nur benannt, sondern als Bewegung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erfahren wird.
Etymologie
griech. állos: anders; morphḗ: Form
Provenienz
Wortgestalt/Wortbildung/Morphologie → Allomorphie → gegenwärtige Fachverwendung
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Allomorphie“. Atlas der Sprache, AT-088-006. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-006Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.