ATLAS DER SPRACHE

AT-088-016 · ATLAS 250

Prolepse

Ein Vorgriff der Erzählung auf ein späteres Ereignis.

Vertiefung

Ein Vorgriff der Erzählung auf ein späteres Ereignis. Im Atlas wird der Begriff nicht isoliert behandelt: ergänzt die vorhandene Analepse als Zeitgegenbewegung. Dadurch wird sichtbar, welche Unterscheidung die Form ermöglicht und wie sie an benachbarte Phänomene anschließt.

Beispiel

Jahre später würde sie diesen Satz wieder hören.

Gegenbeispiel

Eine Vermutung einer Figur ist nicht automatisch ein erzählerischer Vorgriff.

Abgrenzung

Eine Vermutung einer Figur ist nicht automatisch ein erzählerischer Vorgriff.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff lenkt Aufmerksamkeit auf ergänzt die vorhandene Analepse als Zeitgegenbewegung. Was zuvor als einheitlicher Vorgang erschien, wird als strukturierte Beziehung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Prolepse nicht nur benannt, sondern als Bewegung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erfahren wird.

Etymologie

griech. prólēpsis: Vorwegnahme

Provenienz

Poetik/Narration → Prolepse → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Prolepse“. Atlas der Sprache, AT-088-016. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-016

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-016

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