ATLAS DER SPRACHE

AT-091-016 · ATLAS 251

Umlaut

Historisch oder morphologisch bedingte Veränderung eines Stammvokals unter Einfluss einer benachbarten Lautumgebung.

Vertiefung

Historisch oder morphologisch bedingte Veränderung eines Stammvokals unter Einfluss einer benachbarten Lautumgebung. Im Atlas wird Umlaut als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Macht vergangene Lautnachbarschaft in heutiger Grammatik hörbar.

Beispiel

Gast – Gäste.

Gegenbeispiel

Haus – Häuser enthält zusätzlich eine Flexionsendung, der Stammwechsel selbst ist der Umlaut.

Abgrenzung

Haus – Häuser enthält zusätzlich eine Flexionsendung, der Stammwechsel selbst ist der Umlaut.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff macht vergangene Lautnachbarschaft in heutiger Grammatik hörbar. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Umlaut nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.

Etymologie

Etymologische Vertiefung offen

Provenienz

Klang/Phonetik/Phonologie → Umlaut → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Umlaut“. Atlas der Sprache, AT-091-016. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-016

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