ATLAS DER SPRACHE

AT-091-028 · ATLAS 251

Nullmorphem

Analytisch angesetztes Morphem ohne hörbare oder sichtbare Form.

Vertiefung

Analytisch angesetztes Morphem ohne hörbare oder sichtbare Form. Im Atlas wird Nullmorphem als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Macht Abwesenheit als systematische Form interpretierbar.

Beispiel

Eine grammatische Opposition kann an einer Stelle durch das Fehlen einer Endung markiert sein.

Gegenbeispiel

Fehlende Information ist nicht automatisch ein Nullmorphem.

Abgrenzung

Fehlende Information ist nicht automatisch ein Nullmorphem.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff macht Abwesenheit als systematische Form interpretierbar. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Nullmorphem nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.

Etymologie

Etymologische Vertiefung offen

Provenienz

Wortgestalt/Wortbildung/Morphologie → Nullmorphem → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Nullmorphem“. Atlas der Sprache, AT-091-028. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-028

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-028

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