Vertiefung
Analytisch angesetztes Morphem ohne hörbare oder sichtbare Form. Im Atlas wird Nullmorphem als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Macht Abwesenheit als systematische Form interpretierbar.
Beispiel
Eine grammatische Opposition kann an einer Stelle durch das Fehlen einer Endung markiert sein.
Gegenbeispiel
Fehlende Information ist nicht automatisch ein Nullmorphem.
Abgrenzung
Fehlende Information ist nicht automatisch ein Nullmorphem.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Der Begriff macht Abwesenheit als systematische Form interpretierbar. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.
Resonanz
Resonanz entsteht, wenn Nullmorphem nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.
Etymologie
Etymologische Vertiefung offen
Provenienz
Wortgestalt/Wortbildung/Morphologie → Nullmorphem → gegenwärtige Fachverwendung
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Nullmorphem“. Atlas der Sprache, AT-091-028. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-028Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.