Vertiefung
Semantische Erwartung eines Ausdrucks an die möglichen Bedeutungsmerkmale seiner Ergänzungen. Im Atlas wird Selektionsbeschränkung als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Zeigt die stillen Plausibilitätsregeln hinter Sätzen.
Beispiel
trinken erwartet typischerweise ein belebtes Subjekt.
Gegenbeispiel
Grammatische Kongruenz betrifft Formmerkmale, nicht diese Bedeutungsverträglichkeit.
Abgrenzung
Grammatische Kongruenz betrifft Formmerkmale, nicht diese Bedeutungsverträglichkeit.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Der Begriff zeigt die stillen Plausibilitätsregeln hinter Sätzen. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.
Resonanz
Resonanz entsteht, wenn Selektionsbeschränkung nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.
Etymologie
Etymologische Vertiefung offen
Provenienz
Semantik/Bedeutungslehre → Selektionsbeschränkung → gegenwärtige Fachverwendung
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Selektionsbeschränkung“. Atlas der Sprache, AT-091-036. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-036Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.