ATLAS DER SPRACHE

AT-091-036 · ATLAS 251

Selektionsbeschränkung

Semantische Erwartung eines Ausdrucks an die möglichen Bedeutungsmerkmale seiner Ergänzungen.

Vertiefung

Semantische Erwartung eines Ausdrucks an die möglichen Bedeutungsmerkmale seiner Ergänzungen. Im Atlas wird Selektionsbeschränkung als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Zeigt die stillen Plausibilitätsregeln hinter Sätzen.

Beispiel

trinken erwartet typischerweise ein belebtes Subjekt.

Gegenbeispiel

Grammatische Kongruenz betrifft Formmerkmale, nicht diese Bedeutungsverträglichkeit.

Abgrenzung

Grammatische Kongruenz betrifft Formmerkmale, nicht diese Bedeutungsverträglichkeit.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff zeigt die stillen Plausibilitätsregeln hinter Sätzen. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Selektionsbeschränkung nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.

Etymologie

Etymologische Vertiefung offen

Provenienz

Semantik/Bedeutungslehre → Selektionsbeschränkung → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Selektionsbeschränkung“. Atlas der Sprache, AT-091-036. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-036

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-036

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