Vertiefung
Bathos zerstört eine aufgebaute Höhe, indem es unvermittelt in Alltäglichkeit oder Trivialität kippt. Der Bruch kann unfreiwillig sein oder gezielt komisch eingesetzt werden.
Beispiel
Er kämpfte für Freiheit, Würde – und einen Parkplatz.
Gegenbeispiel
Eine gleichmäßig sachliche Aufzählung ohne Fallhöhe.
Abgrenzung
Von der Antiklimax unterscheiden: Diese kann stufenweise abfallen; Bathos bezeichnet besonders den drastischen Stilabsturz.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Entlarvt Erwartungen an Größe und zwingt zur Neubewertung des zuvor Erhabenen.
Resonanz
Die Nachwirkung entsteht im abrupten Verlust einer aufgebauten Tonhöhe.
Etymologie
Griechisch báthos ›Tiefe‹; in der neuzeitlichen Poetik zur Bezeichnung des jähen Absturzes aus dem Erhabenen profiliert.
Provenienz
Griechische Tiefenmetapher → neuzeitliche Stilkritik → komischer oder unfreiwilliger Registersturz
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Bathos“. Atlas der Sprache, AT-103-002. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-002Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.