ATLAS DER SPRACHE

AT-103-006 · ATLAS 250

Phonotaktik

Sprachspezifische Regeln dafür, welche Lautfolgen und Silbenstrukturen möglich sind.

Vertiefung

Phonotaktik bestimmt, welche Laute an welchen Positionen zusammentreten dürfen. Unbekannte Wörter können dadurch schon vor jeder Bedeutungskenntnis fremd oder vertraut wirken.

Beispiel

Str- ist im Deutschen am Wortanfang möglich; ng- gewöhnlich nicht.

Gegenbeispiel

Die bloße Aussprache eines einzelnen Lautes beschreibt noch keine Kombinationsregel.

Abgrenzung

Von Phonetik unterscheiden: Phonotaktik betrifft Verteilungsmöglichkeiten, nicht primär die Artikulation.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Formt ein unbewusstes Erwartungswissen darüber, was in einer Sprache wie ein mögliches Wort klingt.

Resonanz

Das Lautsystem spannt einen Möglichkeitsraum, in dem neue Wörter sofort ihren Grad an Zugehörigkeit zeigen.

Etymologie

Aus griechisch phōnḗ ›Stimme, Laut‹ und taktikós ›anordnend‹; moderne Bezeichnung für lautliche Kombinationsregeln.

Provenienz

Phonologische Distribution → Silbenstruktur → typologischer Vergleich und Lehnwortanpassung

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Phonotaktik“. Atlas der Sprache, AT-103-006. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-006

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