Vertiefung
Phonotaktik bestimmt, welche Laute an welchen Positionen zusammentreten dürfen. Unbekannte Wörter können dadurch schon vor jeder Bedeutungskenntnis fremd oder vertraut wirken.
Beispiel
Str- ist im Deutschen am Wortanfang möglich; ng- gewöhnlich nicht.
Gegenbeispiel
Die bloße Aussprache eines einzelnen Lautes beschreibt noch keine Kombinationsregel.
Abgrenzung
Von Phonetik unterscheiden: Phonotaktik betrifft Verteilungsmöglichkeiten, nicht primär die Artikulation.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Formt ein unbewusstes Erwartungswissen darüber, was in einer Sprache wie ein mögliches Wort klingt.
Resonanz
Das Lautsystem spannt einen Möglichkeitsraum, in dem neue Wörter sofort ihren Grad an Zugehörigkeit zeigen.
Etymologie
Aus griechisch phōnḗ ›Stimme, Laut‹ und taktikós ›anordnend‹; moderne Bezeichnung für lautliche Kombinationsregeln.
Provenienz
Phonologische Distribution → Silbenstruktur → typologischer Vergleich und Lehnwortanpassung
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Phonotaktik“. Atlas der Sprache, AT-103-006. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-006Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.