Vertiefung
Das Haufenparadox fragt, wann das Entfernen einzelner Körner aus einem Haufen dazu führt, dass kein Haufen mehr vorliegt. Es macht unscharfe Begriffsgrenzen logisch sichtbar.
Beispiel
Wenn ein Haufen nach Entfernen eines Korns ein Haufen bleibt, scheint dies bis zu einem Korn zu gelten.
Gegenbeispiel
Eine klar definierte Schwelle mit exakt festgelegter Mindestzahl erzeugt kein Soritesproblem.
Abgrenzung
Vom Fehlschluss der schiefen Ebene unterscheiden; Sorites beruht auf Vagheit und schrittweiser Indifferenz.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Zeigt die Spannung zwischen kontinuierlicher Veränderung und kategorialen Wörtern.
Resonanz
Viele kaum wahrnehmbare Übergänge bringen eine scheinbar stabile Kategorie zum Kippen.
Etymologie
Griechisch sōrós ›Haufen‹; Name einer antiken Paradoxie über schrittweise Veränderung und vage Grenzen.
Provenienz
Antike Megarische Schule → Haufenparadox → moderne Logik, Semantik und Vagheitstheorie
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Sorites“. Atlas der Sprache, AT-103-020. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-020Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.