Vertiefung
Alle Sprachen verwenden Tonhöhe, aber nicht alle machen sie zu einem Bestandteil der Wortidentität. In Tonsprachen kann dieselbe Segmentfolge mit anderer Tonhöhe ein anderes Wort bilden.
Beispiel
Yoruba unterscheidet /bí/ ›gebären‹, /bī/ ›fragen‹ und /bì/ ›erbrechen‹ durch Hoch-, Mittel- und Tiefton. Thai kann die Silbenform /kʰaa/ mit fünf Tönen fünf verschiedenen Wörtern oder Funktionen zuordnen.
Gegenbeispiel
Die steigende Tonhöhe einer deutschen Entscheidungsfrage gehört zur Intonation und erzeugt nicht automatisch ein neues Lexem.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Macht Melodie zu lexikalischer Struktur: Hören muss Tonhöhe und Lautfolge gleichzeitig kategorisieren.
Resonanz
Klang und Bedeutung werden an einer feineren Schwelle miteinander verkoppelt.
Etymologie
Yoruba · Thai · sprachvergleichende Passage
Provenienz
Klang/Phonetik/Phonologie → Sprachtypologie → ATLAS_144
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Lexikalischer Ton“. Atlas der Sprache, AT-144-006. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-144-006Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.