ATLAS DER SPRACHE

AT-146-001 · ATLAS 251

Commit

Markierter Übergang, durch den eine Möglichkeit, Änderung oder Absicht als verbindlicher und nachvollziehbarer Zustand festgehalten wird.

Vertiefung

In der Versionsverwaltung ist ein Commit ein gespeicherter Projektzustand mit Beziehung zu seiner Vorgeschichte. In der Pragmatik bezeichnet commitment die Bindung, die Sprechende durch Behauptungen, Versprechen oder andere Sprechakte eingehen. Beide Lesarten teilen eine Tiefenbewegung: Etwas wird nicht mehr nur erwogen, sondern in eine zurechenbare Geschichte überführt.

Beispiel

Technisch: ATLAS_145 wird als eindeutig identifizierbarer Projektstand gespeichert. Sprachlich: Mit ›Ich verspreche es‹ legt sich eine Person auf zukünftiges Handeln fest. Epistemisch: Eine Behauptung bindet den Sprecher in anderer Weise an ihren Inhalt als eine bloße Vermutung.

Gegenbeispiel

Eine flüchtige, weder gespeicherte noch ausgesprochene Möglichkeit erzeugt noch keinen Commit.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Macht die Schwelle sichtbar, an der eine offene Möglichkeit zu einem zurechenbaren Zustand, einer Verpflichtung oder einem Bestandteil der Geschichte wird.

Resonanz

Ein Commit bewahrt nicht nur, was geworden ist. Er macht sichtbar, wann Möglichkeit zu Geschichte wurde.

Etymologie

Englisch commit; über französisch commettre aus lateinisch committere ›zusammenbringen, anvertrauen, begehen‹

Provenienz

Versionsverwaltung → Sprechakttheorie → Verpflichtung → Projektgedächtnis

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Commit“. Atlas der Sprache, AT-146-001. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-146-001

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-146-001

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