Vertiefung
In der Versionsverwaltung ist ein Commit ein gespeicherter Projektzustand mit Beziehung zu seiner Vorgeschichte. In der Pragmatik bezeichnet commitment die Bindung, die Sprechende durch Behauptungen, Versprechen oder andere Sprechakte eingehen. Beide Lesarten teilen eine Tiefenbewegung: Etwas wird nicht mehr nur erwogen, sondern in eine zurechenbare Geschichte überführt.
Beispiel
Technisch: ATLAS_145 wird als eindeutig identifizierbarer Projektstand gespeichert. Sprachlich: Mit ›Ich verspreche es‹ legt sich eine Person auf zukünftiges Handeln fest. Epistemisch: Eine Behauptung bindet den Sprecher in anderer Weise an ihren Inhalt als eine bloße Vermutung.
Gegenbeispiel
Eine flüchtige, weder gespeicherte noch ausgesprochene Möglichkeit erzeugt noch keinen Commit.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Macht die Schwelle sichtbar, an der eine offene Möglichkeit zu einem zurechenbaren Zustand, einer Verpflichtung oder einem Bestandteil der Geschichte wird.
Resonanz
Ein Commit bewahrt nicht nur, was geworden ist. Er macht sichtbar, wann Möglichkeit zu Geschichte wurde.
Etymologie
Englisch commit; über französisch commettre aus lateinisch committere ›zusammenbringen, anvertrauen, begehen‹
Provenienz
Versionsverwaltung → Sprechakttheorie → Verpflichtung → Projektgedächtnis
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Commit“. Atlas der Sprache, AT-146-001. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-146-001Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.