ATLAS DER SPRACHE

AT-HAR10-0004 · ATLAS 251

Ekphrase

Anschauliche, häufig als eigenständige Passage ausgearbeitete sprachliche Darstellung einer Person, eines Ortes, Gegenstands oder Erlebnisses.

Vertiefung

Ekphrase überträgt nicht einfach Sichtbares in Wörter. Auswahl, Reihenfolge und Stimme erzeugen einen neuen Blick. Der klassische Begriff ist weiter als die moderne, oft auf Kunstwerke verengte Verwendung; auch Personen, Orte, Gegenstände und Erfahrungen können zum Gegenstand werden.

Beispiel

Im dunklen Blau hält eine einzige goldene Linie den fallenden Körper noch im Bild.

Gegenbeispiel

Das Bild ist blau und zeigt eine Figur.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Macht Wahrnehmen als sprachlich gelenkte Rekonstruktion sichtbar und zeigt, wie Beschreibung zugleich auswählt, ordnet und deutet.

Resonanz

Ein Gegenstand oder Erlebnis beginnt im Medium der Sprache erneut und anders zu schwingen.

Etymologie

griechisch/lateinische Rhetoriktradition · Formgeschichte im Quellenpass

Provenienz

Harjung-Kontrollbestand → Dublettenabgleich → Denkbewegung → DE/EN-Doppelfassung → Darstellungsfiguren → ATLAS_173

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Ekphrase“. Atlas der Sprache, AT-HAR10-0004. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-HAR10-0004

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-HAR10-0004

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