ATLAS DER SPRACHE

AT-METZ4-0002 · ATLAS 251

Paralipse

Betonung eines Gegenstands durch die Behauptung, ihn nicht erwähnen zu wollen.

Vertiefung

Paralipse vollzieht sprachlich genau das, was sie zurückweist. Die vorgebliche Auslassung erlaubt es, einen Gedanken einzuführen und zugleich Distanz oder Unschuld zu markieren.

Beispiel

Ich will gar nicht erwähnen, wie oft diese Quelle schon versagt hat.

Gegenbeispiel

Diese Quelle hat oft versagt.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Zeigt, wie Negation Aufmerksamkeit gerade auf das Verneinte lenken kann.

Resonanz

Die geschlossene Tür trägt eine Aufschrift, die verrät, was hinter ihr liegt.

Etymologie

internationale Fach- und Literaturtradition · Formgeschichte im Profil

Provenienz

Metzler N–R → Bestandsabgleich → Resonanzkompass → unabhängige Fachprüfung → ATLAS_179

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Paralipse“. Atlas der Sprache, AT-METZ4-0002. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-METZ4-0002

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