ATLAS DER SPRACHE

AT-METZ4-0005 · ATLAS 251

Polyphonie

Gleichzeitige Präsenz mehrerer eigenständiger Stimmen oder Perspektiven in einem sprachlichen Werk.

Vertiefung

Polyphonie lässt Stimmen nebeneinander bestehen, ohne sie vollständig einer einzigen Erzählerautorität unterzuordnen. Bedeutung entsteht zwischen ihren Unterschieden und Antworten.

Beispiel

Der Bericht, die Randnotiz und die Erinnerung widersprechen einander, ohne dass eine gewinnt.

Gegenbeispiel

Der Erzähler erklärt abschließend, welche Sicht richtig ist.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Verteilt Erkenntnis auf Stimmen, die einander begrenzen und erweitern.

Resonanz

Keine Stimme besitzt das Ganze; gemeinsam erzeugen sie einen Raum.

Etymologie

internationale Fach- und Literaturtradition · Formgeschichte im Profil

Provenienz

Metzler N–R → Bestandsabgleich → Resonanzkompass → unabhängige Fachprüfung → ATLAS_179

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Polyphonie“. Atlas der Sprache, AT-METZ4-0005. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-METZ4-0005

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-METZ4-0005

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