Vertiefung
Eine Darstellungsform, in der Figurenperspektive und Erzählerrede ohne Einleitungsformel ineinandergreifen. Im Atlas wird der Begriff nicht isoliert behandelt: verschiebt die Grenze zwischen Erzähler- und Figurenstimme. Dadurch wird sichtbar, welche Unterscheidung die Form ermöglicht und wie sie an benachbarte Phänomene anschließt.
Beispiel
Morgen also. Warum musste alles so schwer sein?
Gegenbeispiel
Direkte Rede ist durch eine explizite Figurenstimme markiert.
Abgrenzung
Direkte Rede ist durch eine explizite Figurenstimme markiert.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Der Begriff lenkt Aufmerksamkeit auf verschiebt die Grenze zwischen Erzähler- und Figurenstimme. Was zuvor als einheitlicher Vorgang erschien, wird als strukturierte Beziehung wahrnehmbar.
Resonanz
Resonanz entsteht, wenn Erlebte Rede nicht nur benannt, sondern als Bewegung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erfahren wird.
Etymologie
deutscher Fachbegriff; engl. free indirect discourse
Provenienz
Poetik/Narration → Erlebte Rede → gegenwärtige Fachverwendung
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Erlebte Rede“. Atlas der Sprache, AT-088-017. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-017Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.