ATLAS DER SPRACHE

AT-088-017 · ATLAS 250

Erlebte Rede

Eine Darstellungsform, in der Figurenperspektive und Erzählerrede ohne Einleitungsformel ineinandergreifen.

Vertiefung

Eine Darstellungsform, in der Figurenperspektive und Erzählerrede ohne Einleitungsformel ineinandergreifen. Im Atlas wird der Begriff nicht isoliert behandelt: verschiebt die Grenze zwischen Erzähler- und Figurenstimme. Dadurch wird sichtbar, welche Unterscheidung die Form ermöglicht und wie sie an benachbarte Phänomene anschließt.

Beispiel

Morgen also. Warum musste alles so schwer sein?

Gegenbeispiel

Direkte Rede ist durch eine explizite Figurenstimme markiert.

Abgrenzung

Direkte Rede ist durch eine explizite Figurenstimme markiert.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff lenkt Aufmerksamkeit auf verschiebt die Grenze zwischen Erzähler- und Figurenstimme. Was zuvor als einheitlicher Vorgang erschien, wird als strukturierte Beziehung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Erlebte Rede nicht nur benannt, sondern als Bewegung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erfahren wird.

Etymologie

deutscher Fachbegriff; engl. free indirect discourse

Provenienz

Poetik/Narration → Erlebte Rede → gegenwärtige Fachverwendung

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Erlebte Rede“. Atlas der Sprache, AT-088-017. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-017

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-017

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