ATLAS DER SPRACHE

AT-RES6-0002 · ATLAS 250

Apokoinou

Konstruktion, bei der ein gemeinsames Satzglied zugleich zu zwei syntaktischen Anschlüssen gehört.

Vertiefung

Beim Apokoinou wird ein sprachliches Element nicht zweimal gesetzt. Es bildet vielmehr das Gelenk zwischen zwei Konstruktionen. Dadurch erscheint Syntax nicht als starres Gerüst, sondern als Überlagerung zweier möglicher Fortsetzungen.

Beispiel

Was wir brauchen ist Zeit heilt nicht alles.

Gegenbeispiel

Was wir brauchen, ist Zeit. Zeit heilt nicht alles.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Macht eine Satzgrenze durchlässig und lässt zwei Baupläne denselben sprachlichen Knoten teilen.

Resonanz

Ein Ausdruck steht in zwei Räumen zugleich und verbindet sie, ohne sich zu verdoppeln.

Etymologie

deutsche und internationale Fachtradition · Herkunft im Profil

Provenienz

Metzler 6 → Vollabgleich → Resonanzprüfung → zweisprachiger Sichtlauf → ATLAS_181

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Apokoinou“. Atlas der Sprache, AT-RES6-0002. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-RES6-0002

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