Kontexterklärung · NAV-G05-043
Wirkung
Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.
Vertiefung
Wirkung bezeichnet im Perlokutionskontext eine Folge, die eine Äußerung bei Beteiligten oder im weiteren Geschehen hervorruft. Gemeint ist nicht allein, welche Handlung der Sprecher sprachlich vollzieht oder welches Ziel er verfolgt. Eine Warnung kann beabsichtigen, jemanden vorsichtig zu machen, tatsächlich aber Ärger auslösen oder unbeachtet bleiben. Wirkung und Absicht sind deshalb getrennt zu dokumentieren. Auch darf eine zeitlich nachfolgende Reaktion nicht ohne weitere Gründe als ausschließlich durch die Äußerung verursacht gelten. Für eine Untersuchung zählen situative Bedingungen, erkennbare Antworten und gegebenenfalls zusätzliche Daten über spätere Folgen.
Denkbewegung
1. Äußerungshandlung bestimmen. 2. Beabsichtigte Folge notieren. 3. Beobachtbare Reaktion erfassen. 4. Alternative Ursachen prüfen. 5. Reichweite der Wirkungsaussage begrenzen.
Beispiel
Nach einer Warnung hält jemand an; ob die Warnung, ein sichtbares Hindernis oder beides dafür ausschlaggebend war, muss geprüft werden.
Gegenprobe
Ein erfolgreich ausgesprochener Rat garantiert nicht, dass er befolgt wird.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Gesprächsforschung kann zwischen illokutionärem Vollzug und nachweisbaren Reaktionen unterscheiden.
Wirkung
Der Begriff richtet den Blick von der Äußerungsform auf ihre Folgen.
Resonanz
Was ein Satz tut, endet nicht notwendig bei dem, was er sagen sollte.
Abgrenzung
Perlokutionäre Wirkung von Sprecherabsicht, bloßer zeitlicher Folge und illokutionärem Akt unterscheiden.
Quellen
- EN:sep-speech-actsdocumented-source-register