ATLAS DER SPRACHE

AT-091-020 · ATLAS 251

Gemination

Längung oder Verdopplung eines Konsonanten mit möglicher bedeutungsunterscheidender Funktion.

Vertiefung

Längung oder Verdopplung eines Konsonanten mit möglicher bedeutungsunterscheidender Funktion. Im Atlas wird Gemination als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Macht Dauer zu einer kategorialen Grenze.

Beispiel

In manchen Sprachen unterscheiden kurze und lange Konsonanten Wörter.

Gegenbeispiel

Deutsche Doppelbuchstaben zeigen meist Vokalkürze und nicht notwendig Konsonantenlänge.

Abgrenzung

Deutsche Doppelbuchstaben zeigen meist Vokalkürze und nicht notwendig Konsonantenlänge.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff macht Dauer zu einer kategorialen Grenze. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Gemination nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.

Etymologie

Etymologische Vertiefung offen

Provenienz

Klang/Phonetik/Phonologie → Gemination → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Gemination“. Atlas der Sprache, AT-091-020. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-020

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-020

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