Vertiefung
Gesprächsmaximen beschreiben keine starren Benimmregeln. Gerade ihre erkennbare Verletzung kann zusätzliche Bedeutung erzeugen, weil Hörende nach einem kooperativen Sinn suchen.
Beispiel
Auf ›Wie war der Vortrag?‹ antwortet jemand ›Die Stühle waren bequem‹ – und legt damit Kritik nahe.
Gegenbeispiel
Eine zufällige, nicht erschließbare Themenverfehlung erzeugt keine stabile Implikatur.
Abgrenzung
Von Höflichkeitsnormen und grammatischen Regeln unterscheiden.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Erklärt, wie Menschen aus dem Verhältnis von Gesagtem und Erwartbarem Ungesagtes erschließen.
Resonanz
Gemeinsame Erwartungen werden zum unsichtbaren Resonanzboden jeder Äußerung.
Etymologie
Maxime über französisch maxime aus lateinisch maxima ›größter Grundsatz‹; in der Pragmatik durch Grices Kooperationsmodell spezialisiert.
Provenienz
Sprachphilosophie → Grices Kooperationsprinzip → Implikaturforschung und Gesprächsanalyse
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Gesprächsmaxime“. Atlas der Sprache, AT-103-013. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-013Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.