Vertiefung
Numeralbasen zeigen, dass selbst vertraute Zahlen in unterschiedlichen sprachlichen Rechenwegen zusammengesetzt werden. Die mathematische Größe bleibt gleich, ihre sprachliche Architektur wechselt.
Beispiel
Baskisch bildet 256 nach einem hybriden Muster aus Hunderten, Zwanzigern und Rest. Diola-Fogny kann 51 sinngemäß als ›zwei Zwanziger und elf‹ ausdrücken; Mandarin 26 dagegen transparent als ›zwei Zehn sechs‹.
Gegenbeispiel
Das deutsche zwanzig benennt die Zahl 20, macht das gesamte deutsche Zahlwortsystem aber nicht vigesimal.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Legt die verborgenen Rechenoperationen in Zahlwörtern frei und trennt Zahl von ihrer sprachlichen Konstruktion.
Resonanz
Kompositionalität wird als hörbare Rechenbewegung erfahrbar.
Etymologie
Baskisch · Diola-Fogny · Mandarin · sprachvergleichende Passage
Provenienz
Semantik → Sprachtypologie → ATLAS_144
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Vigesimalsystem“. Atlas der Sprache, AT-144-008. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-144-008Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.