ATLAS DER SPRACHE

AT-RES6-0013 · ATLAS 250

Zwillingsformel

Feste oder bevorzugte Verbindung zweier gleichrangiger Wörter nach einem wiederkehrenden Muster, häufig mit und oder oder.

Vertiefung

Zwillingsformeln koppeln zwei Wörter so eng, dass Reihenfolge und Rhythmus erwartbar werden. Die Paarung kann Ganzheit, Gegensatz oder Nachdruck erzeugen und bewahrt oft ältere sprachliche Formen.

Beispiel

Mit Rat und Tat; früher oder später; klipp und klar.

Gegenbeispiel

Mit hilfreichen Ratschlägen und praktischer Unterstützung.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Macht sichtbar, wie sprachliche Gewohnheit Begriffe zu rhythmischen Denkpaaren verbindet.

Resonanz

Zwei Wörter treten so oft gemeinsam auf, dass ihre Verbindung selbst zum erinnerbaren Ausdruck wird.

Etymologie

deutsche und internationale Fachtradition · Herkunft im Profil

Provenienz

Metzler 6 → Vollabgleich → Resonanzprüfung → zweisprachiger Sichtlauf → ATLAS_181

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Zwillingsformel“. Atlas der Sprache, AT-RES6-0013. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-RES6-0013

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