Vertiefung
Parabola legt zwei Bereiche nebeneinander und lässt eine Handlung, Alltagsszene oder Naturbeobachtung für eine moralische oder geistige Frage lesbar werden. Anders als eine einzelne Vergleichsformel entfaltet sie die Beziehung über eine kleine Erzähl- oder Bildfolge; die Übertragung bleibt dennoch selektiv und darf nicht als vollständige Identität gelesen werden.
Beispiel
Ein Gärtner goss nur die sichtbarsten Blüten; im nächsten Jahr fehlten ihm die Wurzeln, die den ganzen Garten getragen hatten.
Gegenbeispiel
Unsichtbare Grundlagen verdienen Aufmerksamkeit. – Die Lehre wird direkt behauptet, ohne vergleichende Erzählung.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Erlaubt, eine Haltung in einem fremden Erfahrungsraum probeweise zu durchdenken, ohne sie sofort abstrakt festzuschreiben.
Resonanz
Zwei ungleiche Erfahrungsräume beginnen entlang einer ausgewählten Beziehung miteinander zu antworten.
Etymologie
griechisch parabolḗ · Danebenwerfen, Vergleich
Provenienz
Klassische Beispiel- und Lehrfiguren → Primärtext und Handbuchvergleich → Funktionsabgrenzung → ATLAS_209
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Parabola“. Atlas der Sprache, AT-RHE-209-004. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-RHE-209-004Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.