Vertiefung
Ein Klang kann als warm, eine Farbe als laut beschrieben werden. Die sprachliche Form ist von neurologischer Synästhesie zu unterscheiden: Sie kann allgemein verständlich sein, ohne stabile gekoppelte Sinnesempfindungen.
Beispiel
Ein samtiger, dunkelblauer Ton füllte den Raum.
Gegenbeispiel
Der Ton war tief beschreibt eine konventionalisierte Höreigenschaft.
Abgrenzung
Neurologische Synästhesie ist eine Wahrnehmungskopplung; die Stilfigur eine sprachliche Übertragung.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Sie lockert die Grenzen der Sinnesordnungen und verdichtet Wahrnehmung zu einem gemeinsamen Erlebnisraum.
Resonanz
Ein Sinneskanal bringt einen anderen zum Mitschwingen.
Etymologie
griech. sýn: zusammen + aísthēsis: Wahrnehmung
Provenienz
Kandidatenbank K-0048 → ATLAS_035; Poetik → Wahrnehmungspsychologie
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Synästhesie“. Atlas der Sprache, AT-RHE-W0048. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-RHE-W0048Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.