ATLAS DER SPRACHE

AT-SEM-W0119 · ATLAS 251

Frame-Semantik

Ansatz, nach dem Wortbedeutungen Wissensrahmen mit typischen Rollen und Beziehungen aktivieren.

Vertiefung

Wer kaufen versteht, aktiviert auch Käufer, Verkäufer, Ware und Geld, selbst wenn nicht alle genannt werden. Bedeutung liegt in einem strukturierten Erfahrungshintergrund.

Beispiel

Schenken ruft Geber, Empfänger und Gabe als Rollen auf.

Gegenbeispiel

Die alphabetische Nähe von schenken und Schenkel bildet keinen Bedeutungsrahmen.

Abgrenzung

Framing ist perspektivische Deutung; Frame-Semantik zunächst ein Modell lexikalischer Wissensstrukturen.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Sie zeigt, wie ein einzelnes Wort ganze Szenen und unausgesprochene Rollen verfügbar macht.

Resonanz

Ein Ausdruck versetzt einen größeren Erfahrungsraum in Mitschwingung.

Etymologie

engl. frame: Rahmen + Semantik

Provenienz

Kandidatenbank K-0119 → ATLAS_035; Fillmore-Quelle ergänzen

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Frame-Semantik“. Atlas der Sprache, AT-SEM-W0119. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-SEM-W0119

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